Geräuschloses Zockervergnügen – Gaming mit Silent PCs

Wie der Spiele-Rechner flüsterleise wird

Gerade bei Games, die viel Performance beanspruchen, verursachen PCs, die unter Volllast arbeiten, öfter unangenehmen Lärm. Deshalb ist es wichtig, die einzelnen Hardware-Komponenten speziell zu dämmen. Dafür reicht aber nicht nur ein entsprechend präpariertes Gehäuse aus, denn laute Geräusche können aus fast jedem Bauteil des Computers hervordringen.

Eine leise Umgebung steigert die Atmosphäre und ermöglicht ungestörten Spaß in der magischen Welt von Dragon Age: Inquisition oder bei den spannenden Verfolgungsjagden in GTA 5. Bei der Zusammenstellung eines Gaming-PCs sollte der Spieler deshalb auf folgende Komponenten achten:

  • Gehäuse: am besten schon ab Werk gedämmt
  • Prozessor: laufruhiger Luftkühler oder Wasserkühlung
  • Datenspeicher: am besten ein(e) Solid State Drive (Disk) (SSD)
  • Netzteil: spezielles Modell mit optimierter Geräuschentwicklung

Diese Bauteile reduzieren einiges an Lautstärke, wenn man entsprechend modifizierte Varianten kauft. Der Arbeitsspeicher und das Mainboard arbeiten in der Regel geräuschlos.

Kein Silent PC ohne ruhiges PC-Gehäuse

Am ehesten eignet sich für den Silent-Betrieb ein Tower wie der Fractal Design Define R5 Black – schon ab Werk mit schallabsorbierendem Material ausgestattet, welches den Schall dämmt. Die beiden 140mm-Lüfter arbeiten ebenfalls ruhig. Alternativ zu einem entsprechend präparierten Gehäuse besteht aber auch die Möglichkeit, ein Standardmodell wie das Cooler Master 690 III günstig umzurüsten.

Separat erhältliche und individuell passend zum Tower zugeschnittene Dämmmatten senken den Geräuschpegel deutlich. Ein weiterer wichtiger Punkt: Lüfter verschmutzen relativ schnell. Dies bewirkt eine zunehmende Lautstärke- und Wärmeentwicklung. Der Nutzer ist deshalb gut beraten, diese öfter zu reinigen. Der Fachhandel bietet spezielle Staubsaugeraufsätze an, welche die Arbeit vereinfachen.

Man sollte jedoch entweder die Kühler beim Staubentfernen ausbauen oder im eingebauten Zustand das Rotorblatt fixieren. Wenn sich der Lüfter beim Reinigen dreht, kommt es zum sogenannten Dynamo-Effekt – einer ungewollten Stromerzeugung, die zu einer Überspannung führt und die elektronischen Bauteile beschädigt. Generell empfiehlt es sich, auszutesten, wie weit man die Drehzahl der einzelnen Gehäuselüfter senken kann, bis die Temperatur zu hoch wird. Je langsamer, desto leiser der Rechner.

Ein guter CPU-Kühler schont die Ohren

Heutzutage gibt es Prozessorlüfter in drei verschiedenen Variationen: Den klassischen Luftkühler, die Wasserkühlung und passive Konstruktionen. Letztere arbeiten zwar absolut geräuschlos, bieten sich aber für Spieler nicht an, da die leistungsfähigen CPUs zu viel Abwärme produzieren.

Ein Wasserkühlsystem, wie das Corsair Hydro H60, eignet sich hierfür besser. Das in sich geschlossene, schnell anschließbare Konstrukt benötigt keine Wartung. Die Kühlung ist mit den gängigsten Plattformen von Intel (etwa Sockel 1150 und 2011-3) oder AMD (wie AMD3+ und FM2+) kompatibel. Der laufruhige 120mm-Radiator und die leistungsstarke 12V-Pumpe repräsentieren eine solide Basis für den Silent-Betrieb.

Eine etwas günstigere Lösung findet sich in Form des Cooler Master Seidon 120V. Dieses gleichermaßen wartungsfreie Set teilt sich die Eckdaten in Form des 120mm-Lüfters und der 12V-Pumpe mit dem Hydro H60. Des Weiteren signalisiert eine blaue LED den Status der Wasserkühlung.

Starke Luftkühler, wie der EKL Alpenföhn Brocken 2, verkörpern aber ebenfalls eine gute Alternative, wegen des ebenfalls niedrigen Geräuschpegels. Beide Lösungen stellen einen deutlichen Fortschritt gegenüber den standesgemäßen Varianten dar, die Intel oder AMD zum Prozessor mitliefern.

Datenspeicher: SSD oder gedämmte HDD

Für einen Silent-PC die logischste und erste Wahl: die Solid State Disk. Sie beschleunigt nicht nur die Ladezeit aufwendiger Spiele wie The Witcher 3 deutlich, sondern senkt auch den Geräuschpegel merklich. Eine SSD arbeitet nämlich völlig lautlos und noch dazu rasend schnell.

Wenn jedoch die Wahl, beispielsweise wegen des benötigten großen Speicherplatzes, auf eine traditionelle Festplatte (HDD) fällt, gibt es eine Alternative, um für mehr Ruhe zu sorgen. Spezielle Einbaukits für HDDs entkoppeln das Laufwerk vom Gehäuse und reduzieren die Lautstärke. Damit wird zwar nicht das Niveau einer SSD erreicht, erweist sich aber als ein guter Kompromiss.

Silent-Netzteil – das ruhige PC-Kraftwerk

Netzteil-Experten wie Be Quiet! haben für geräuschempfindliche Gamer passende Lösungen parat. Das Pure Power L8-CM beispielsweise wartet mit einem besonders leisen Betrieb auf. Der 120mm-Lüfter hält sich zurück und die Effizienz des Aggregats ist mit 85% sehr hoch dimensioniert. Die modulare Bauweise beugt außerdem Kabelsalat vor, bei einer großen Anschlussvielfalt. Unter anderem gibt es vier PCI-Express und fünf SATA-Schnittstellen.

Wer ein Netzteil auswählt, welches über keine gesenkte Lautstärke verfügt, kann sich mittels eines Dämpfers behelfen. Dieser preiswerte Rahmen entkoppelt die Stromquelle vom Tower.

Fazit: Ein Silent-PC ist kein Hexenwerk

Richtige Tower, CPU-Kühler, Netzteile und Laufwerke ermöglichen das Spielen ohne Lärmbelästigung. Mittlerweile sind zudem die Grafiklösungen sowohl bei Nvidia als auch bei AMD so gut optimiert, dass sie selbst unter Last kaum noch störend auffallen.

Ein ruhiger Gaming-Computer kann also durchaus unkompliziert realisiert werden. Beherzigt man die vorangegangenen Hinweise, agiert der zusammengestellte Rechner auch deutlich leiser.

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